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22. Oktober 2022: Tagesausflug nach Nikko

Momiji in Japan ist neben der Kirschblüte eine der schönsten Zeiten.
Shinkyo-Brücke in Nikko

紅葉 (もみじ Momi­ji) beze­ich­net das herb­stlich ver­färbte Laub, das in Japan gegen Ende Okto­ber bis Anfang Dezem­ber (anhängig vom Stan­dort) zu bestaunen ist. Im Herb­st nach Japan zu kom­men ist also eine absolute Empfehlung.

Nikko ist ein­er der ersten Orte, in der Nähe von Tsuku­ba, wo man Momi­ji sehen kann. Das liegt daran, dass Nikko auf ein­er Höhe von unge­fähr 600 Meter liegt und man dort Berge von bis zu 2400 Meter Höhe find­en kann. Daher ist das Laub hier früher ver­färbt als in der Ebene von Tokyo.

Von Tsuku­ba aus ist Nikko allerd­ings weit­er ent­fer­nt und man ist 2–3 Stun­den mit dem Zug unter­wegs. Das liegt aber auch daran, dass ich über Tokyo fahren musste, was erst­mal die ent­ge­genge­set­zte Rich­tung ist. Also ging es erst nach Asakusa. Aber nicht allein, son­dern mit ein­er kleinen Gruppe, die alle Aus­tauschstu­den­ten sind.

Umstieg in Asakusa

Es ist immer wieder schön, hier zurück­zukehren ;). Da ich hier schon ein­mal umgestiegen bin und meinen ersten Toky­otrip hier ver­bracht habe, kommt mir die Gegend langsam ver­traut vor ^^.

Dies­mal musste wir von dem Tsuku­ba Express zur Tobu Line wech­seln, um mit dieser nach Nikko zu fahren. Dazu haben wir in der Sta­tion den Nikkopass gekauft für 4780 Yen (ca. 32,50 Euro). Gültig ist dieser dann allerd­ings für vier Tage, weshalb man gut über­legen sollte, ob man nur einen Tagestrip machen möchte und sich der Pass dann lohnt.

Ob sich der Pass wirk­lich gelohnt hat, dazu am Ende mehr.

Wir haben dazu noch ein Tick­et für den Lim­it­ed Express geholt (nochmal 1470 Yen oder 10 Euro). Am Schal­ter wurde es uns emp­fohlen, da Sam­stag war und dementsprechend voll. Beim Lim­it­ed Express hat­te man reservierte Plätze und dieser fuhr nur um die zwei Stun­den, statt drei Stun­den mit dem Local Train. Aber, ob sich das zusät­zliche Geld dafür lohnt, muss jed­er selb­st entschei­den.

Durch den Umstieg und die Fahrzeit­en des Lim­it­ed Express­es kamen wir dann allerd­ings erst um 13 Uhr in Nikko an und das ist schon etwas knapp gewe­sen, da um die Zeit die Sonne bere­its um 17 Uhr unterge­ht.

Dementsprechend schnell ver­lief das Sight­see­ing ;). Den­noch haben wir einiges sehen kön­nen. Geheimtipps kann ich lei­der aber nicht geben, da wir in dieser kurzen Zeit die Touris­tenspots ange­se­hen haben, die sich aber lohnen!

Shinkyo-Brücke

Als erstes ging es zur Shinkyo-Brücke, die tat­säch­lich auf Bilder ein­drucksvoller ist als in Wirk­lichkeit. Auf Bildern im Inter­net sieht es immer so aus als wäre sie direkt in der Natur. In Wirk­lichkeit ist sie direkt neben der Haupt­straße und man darf sog­ar nur gegen Bezahlung auf die Brücke. Schön sieht es zwar trotz­dem aus, aber man sollte nicht zu viel von diesem Spot erwarten, um nicht ent­täuscht zu wer­den.

Wir waren am 22.10 dort und das war sog­ar noch etwas zu früh für Momi­ji. Also hier am besten den Novem­ber abwarten. Als wir aber zum Wasser­fall hochge­fahren sind, ca. auf 1400 Meter, gab es aber schon etwas ver­färbtes Laub.

Toshogu-Schrein

Anschließend ging es zum nahegele­gen­den Toshogu Schrein. Dieser wurde 1617 zu Ehren von Toku­gawa Ieya­su erbaut. (Für Inter­essierte gibt es zu dieser Geschichte eine coole, aber auch recht bru­tale Net­flix-Serie: Zeital­ter der Samu­rai ;)).

Für den Schrein mussten wir nochmal Ein­tritt von 1300 Yen (ca 9 Euro) zahlen. Aber dieser Ein­tritt lohnt sich auf jeden Fall. Der Schrein ist näm­lich sehr ein­drucksvoll und ger­ade für mich als Geschichtsstu­dentin sehr inter­es­sant ;).

Inbe­grif­f­en in den Preis war der Gang zu Toku­gawas Grab, der Ein­tritt in die Haupthalle und in die Gebet­shalle, wo man den Ruf des Drachen hören kann. Dafür muss dann dahin ;). Ein weit­eres High­light sind die Schnitzereien der drei Affen: nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen.

Drei Affen: nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen

Ins­ge­samt gibt es sehr viele Details zu ent­deck­en! Das Haupt­tor Yomei-mon hat über 500 Details! Ein Besuch dort ist also sehr ein­drucksvoll und ein Muss ;). Am Sam­stag war es aber auch sehr voll, also sollte man vielle­icht, wenn möglich, in der Woche vor­beis­chauen.

Yomei-mon (Haupt­tor)

Kegon Wasserfall

Nach dem Schrein ging es dann mit dem Bus, dessen Preis im Nikko Pass mit inbe­grif­f­en ist, zum Kegon Wasser­fall. Wir sind eine Sta­tion vorher schon aus­gestiegen. Von dort aus kann man mit ein­er kurzen Seil­bahn für unge­fähr 1000 Yen (ca. 7 Euro) (mit dem Nikko Pass bekommt man 10 % Rabatt) auf einen Gipfel hochfahren. Von diesem sieht man auf den Wasser­fall und den darüber gele­gen­den See Chuzen­ji.

Ich fand sog­ar diese Aus­sicht ein­drucksvoller als den Wasser­fall an sich, wo wir später noch hinge­fahren bin. Beim Wasser­fall kann man den See näm­lich nicht mehr sehen.

Sicht über den Kegon Wasser­fall & Chuzen­ji See

Als wir dann am Kegon Wasser­fall schließlich angekom­men sind, war es lei­der bere­its dunkel :(. Daher gibt es davon keine vernün­fti­gen Bilder von mir. Im Hellen wäre der Wasser­fall aber bes­timmt sehr schön gewe­sen. An manchen Tagen im Jahr ist dieser nachts anges­trahlt. Darüber kön­nte man sich vielle­icht bei der Plan­nung informieren, um die Zeit abzu­passen.

Es war nun 18 Uhr und lei­der mussten wir bere­its zurück nach Tsuku­ba fahren, um in Tokyo den let­zten Zug nach Tsuku­ba zu bekom­men. Vom Wasser­fall ging es erst­mal mit dem Bus wegen Stau für eine Stunde nach Nikko. Von dort mit dem Local Train, der kom­plett im Nikko Pass mitein­be­grif­f­en ist, nach Tokyo mit einem Umstieg nach anderthalb Stun­den. Und schließlich von Tokyo nach Tsuku­ba für knapp eine Stunde. Um 1 Uhr war ich dann unge­fähr zurück.

Nikko Pass

Die Frage ist also wirk­lich, ob sich Nikko als Tagestrip lohnt oder man lieber eine Über­nach­tung ein­plant. In Nikko gibt es auf jeden Fall noch mehr zu sehen, zum Beip­iel Edo Won­der­land Nikko Edo­mu­ra. Das ist ein Park, in dem die Häuser und das Leben der Edo-Zeit nachemp­fun­den wur­den. Bes­timmt sehenswert und ste­ht auch noch auf mein­er Liste.

Für einen Tag hat sich der Nikko Pass schon gelohnt, wenn man die Tick­ets für den Lim­it­ed Train am Anfang abzieht. Mit inbe­grif­f­en ist eine Fahrt von Tokyo nach Nikko und zurück. Vor Ort kann man frei mit dem Bus fahren und auf viele Attrak­tio­nen gibt es zumin­d­est Rabatt. Allerd­ings nicht auf den Ein­tritt zum Toshogu!

Alter­na­tiv lohnt es sich auch mit dem Auto nach Nikko zu fahren, aber dafür muss man erst­mal seinen Führerschein über­set­zen lassen und sich dann trauen im Linksverkehr zu fahren.

Wenn man in Nikko mehrere Tage ver­bringt, lohnt sich der Nikko Pass auf jeden Fall! Und Nikko lohnt sich auch für mehrere Tage!

Danke, dass Ihr diesen Beitrag gele­sen habt und bis zum näch­sten Beitrag :).

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