Momiji in Japan ist neben der Kirschblüte eine der schönsten Zeiten.

紅葉 (もみじ Momiji) bezeichnet das herbstlich verfärbte Laub, das in Japan gegen Ende Oktober bis Anfang Dezember (anhängig vom Standort) zu bestaunen ist. Im Herbst nach Japan zu kommen ist also eine absolute Empfehlung.
Nikko ist einer der ersten Orte, in der Nähe von Tsukuba, wo man Momiji sehen kann. Das liegt daran, dass Nikko auf einer Höhe von ungefähr 600 Meter liegt und man dort Berge von bis zu 2400 Meter Höhe finden kann. Daher ist das Laub hier früher verfärbt als in der Ebene von Tokyo.
Von Tsukuba aus ist Nikko allerdings weiter entfernt und man ist 2–3 Stunden mit dem Zug unterwegs. Das liegt aber auch daran, dass ich über Tokyo fahren musste, was erstmal die entgegengesetzte Richtung ist. Also ging es erst nach Asakusa. Aber nicht allein, sondern mit einer kleinen Gruppe, die alle Austauschstudenten sind.
Umstieg in Asakusa

Es ist immer wieder schön, hier zurückzukehren ;). Da ich hier schon einmal umgestiegen bin und meinen ersten Tokyotrip hier verbracht habe, kommt mir die Gegend langsam vertraut vor ^^.
Diesmal musste wir von dem Tsukuba Express zur Tobu Line wechseln, um mit dieser nach Nikko zu fahren. Dazu haben wir in der Station den Nikkopass gekauft für 4780 Yen (ca. 32,50 Euro). Gültig ist dieser dann allerdings für vier Tage, weshalb man gut überlegen sollte, ob man nur einen Tagestrip machen möchte und sich der Pass dann lohnt.
Ob sich der Pass wirklich gelohnt hat, dazu am Ende mehr.
Wir haben dazu noch ein Ticket für den Limited Express geholt (nochmal 1470 Yen oder 10 Euro). Am Schalter wurde es uns empfohlen, da Samstag war und dementsprechend voll. Beim Limited Express hatte man reservierte Plätze und dieser fuhr nur um die zwei Stunden, statt drei Stunden mit dem Local Train. Aber, ob sich das zusätzliche Geld dafür lohnt, muss jeder selbst entscheiden.
Durch den Umstieg und die Fahrzeiten des Limited Expresses kamen wir dann allerdings erst um 13 Uhr in Nikko an und das ist schon etwas knapp gewesen, da um die Zeit die Sonne bereits um 17 Uhr untergeht.
Dementsprechend schnell verlief das Sightseeing ;). Dennoch haben wir einiges sehen können. Geheimtipps kann ich leider aber nicht geben, da wir in dieser kurzen Zeit die Touristenspots angesehen haben, die sich aber lohnen!
Shinkyo-Brücke
Als erstes ging es zur Shinkyo-Brücke, die tatsächlich auf Bilder eindrucksvoller ist als in Wirklichkeit. Auf Bildern im Internet sieht es immer so aus als wäre sie direkt in der Natur. In Wirklichkeit ist sie direkt neben der Hauptstraße und man darf sogar nur gegen Bezahlung auf die Brücke. Schön sieht es zwar trotzdem aus, aber man sollte nicht zu viel von diesem Spot erwarten, um nicht enttäuscht zu werden.
Wir waren am 22.10 dort und das war sogar noch etwas zu früh für Momiji. Also hier am besten den November abwarten. Als wir aber zum Wasserfall hochgefahren sind, ca. auf 1400 Meter, gab es aber schon etwas verfärbtes Laub.

Toshogu-Schrein
Anschließend ging es zum nahegelegenden Toshogu Schrein. Dieser wurde 1617 zu Ehren von Tokugawa Ieyasu erbaut. (Für Interessierte gibt es zu dieser Geschichte eine coole, aber auch recht brutale Netflix-Serie: Zeitalter der Samurai ;)).
Für den Schrein mussten wir nochmal Eintritt von 1300 Yen (ca 9 Euro) zahlen. Aber dieser Eintritt lohnt sich auf jeden Fall. Der Schrein ist nämlich sehr eindrucksvoll und gerade für mich als Geschichtsstudentin sehr interessant ;).


Inbegriffen in den Preis war der Gang zu Tokugawas Grab, der Eintritt in die Haupthalle und in die Gebetshalle, wo man den Ruf des Drachen hören kann. Dafür muss dann dahin ;). Ein weiteres Highlight sind die Schnitzereien der drei Affen: nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen.

Insgesamt gibt es sehr viele Details zu entdecken! Das Haupttor Yomei-mon hat über 500 Details! Ein Besuch dort ist also sehr eindrucksvoll und ein Muss ;). Am Samstag war es aber auch sehr voll, also sollte man vielleicht, wenn möglich, in der Woche vorbeischauen.



Kegon Wasserfall
Nach dem Schrein ging es dann mit dem Bus, dessen Preis im Nikko Pass mit inbegriffen ist, zum Kegon Wasserfall. Wir sind eine Station vorher schon ausgestiegen. Von dort aus kann man mit einer kurzen Seilbahn für ungefähr 1000 Yen (ca. 7 Euro) (mit dem Nikko Pass bekommt man 10 % Rabatt) auf einen Gipfel hochfahren. Von diesem sieht man auf den Wasserfall und den darüber gelegenden See Chuzenji.
Ich fand sogar diese Aussicht eindrucksvoller als den Wasserfall an sich, wo wir später noch hingefahren bin. Beim Wasserfall kann man den See nämlich nicht mehr sehen.


Als wir dann am Kegon Wasserfall schließlich angekommen sind, war es leider bereits dunkel :(. Daher gibt es davon keine vernünftigen Bilder von mir. Im Hellen wäre der Wasserfall aber bestimmt sehr schön gewesen. An manchen Tagen im Jahr ist dieser nachts angestrahlt. Darüber könnte man sich vielleicht bei der Plannung informieren, um die Zeit abzupassen.
Es war nun 18 Uhr und leider mussten wir bereits zurück nach Tsukuba fahren, um in Tokyo den letzten Zug nach Tsukuba zu bekommen. Vom Wasserfall ging es erstmal mit dem Bus wegen Stau für eine Stunde nach Nikko. Von dort mit dem Local Train, der komplett im Nikko Pass miteinbegriffen ist, nach Tokyo mit einem Umstieg nach anderthalb Stunden. Und schließlich von Tokyo nach Tsukuba für knapp eine Stunde. Um 1 Uhr war ich dann ungefähr zurück.
Nikko Pass
Die Frage ist also wirklich, ob sich Nikko als Tagestrip lohnt oder man lieber eine Übernachtung einplant. In Nikko gibt es auf jeden Fall noch mehr zu sehen, zum Beipiel Edo Wonderland Nikko Edomura. Das ist ein Park, in dem die Häuser und das Leben der Edo-Zeit nachempfunden wurden. Bestimmt sehenswert und steht auch noch auf meiner Liste.
Für einen Tag hat sich der Nikko Pass schon gelohnt, wenn man die Tickets für den Limited Train am Anfang abzieht. Mit inbegriffen ist eine Fahrt von Tokyo nach Nikko und zurück. Vor Ort kann man frei mit dem Bus fahren und auf viele Attraktionen gibt es zumindest Rabatt. Allerdings nicht auf den Eintritt zum Toshogu!
Alternativ lohnt es sich auch mit dem Auto nach Nikko zu fahren, aber dafür muss man erstmal seinen Führerschein übersetzen lassen und sich dann trauen im Linksverkehr zu fahren.
Wenn man in Nikko mehrere Tage verbringt, lohnt sich der Nikko Pass auf jeden Fall! Und Nikko lohnt sich auch für mehrere Tage!
Danke, dass Ihr diesen Beitrag gelesen habt und bis zum nächsten Beitrag :).
