In diesem Beitrag möchte ich ein paar schöne Spots in Nord-Ibaraki vorstellen, an denen man sich das Herbstlaub anschauen kann.

Die herbstliche Verfärbung der Blätter oder auf Japanisch Kōyō 紅葉 genannt, ist ein Highlight in Japan, das man auf jeden Fall gesehen haben muss. Funfact am Rande: Für 紅葉 gibt es zwei Lesungen, Kōyō und Momiji, und es gibt natürlich auch einen kleinen Unterschied ;). Spricht man vom Momiji sind speziell die Verfärbungen des japanischen Ahorns gemeint, bei Kōyō spricht man allgemein von der herbstlichen Verfärbung der Blätter.
Manche kennen die tolle Verfärbung vielleicht auch aus Amerika, wo man vom “Indian Summer” spricht. In Japan verfärbt sich vor allem der japanische Ahorn (Momiji ;)), wie oben im Bild :). Also auf jeden Fall eine Empfehlung, falls man überlegt, wann man nach Japan kommen möchte.
Momiji fängt meistens auf Hokkaido im frühen Oktober an und erreicht Tokyo und Kyoto dann Mitte bis Ende November. Aber im Internet findet man viele Seiten, auf denen es eine Vorhersage gibt, z.B. die Seite vom JR Railpass.
Aber in diesem Beitrag soll es speziell um Nord-Ibaraki gehen und ich stelle ein paar Orte vor, an denen ich Momiji gesehen habe ;). Ich war an diesen Orten gegen Ende November und das war auch die richtige Zeit, vielleicht kann man sogar schon etwas früher dort vorbeischauen.
I. Ryujin Otsurihashi
Erste Station der Reise war die Ryujin Otsurihashi Brücke. Viel kann ich allerdings dann doch nicht dazu sagen, weil wir, meine Freunde und ich, gar nicht auf die Brücke gegangen sind :D. Wir sind nämlich zu dem Staudamm darunter gefahren, von wo aus man sich die Brücke von unten anschauen konnte.

Die Brücke zu betreten hätte auch etwas gekostet. Wenn ich mich richtig erinnere um die 1000 Yen (ca. 7 Euro).
Kurze Infos am Rande: die Ryujin Otsurihashi Brücke gehört zu den längsten Hängebrücken Japans mit 375 Meter Länge und ist 100 Meter hoch. Durch diese Höhe hat man auf der Brücke bestimmt einen tollen Ausblick, deshalb kann man überlegen, ob sich das Geld für einen lohnt. Und übrigens, wer zu den besonders mutigen Menschen gehört, kann auch einmal Bungee Jumping buchen ;). Ich gehöre definitiv nicht dazu xD.

Auch, wenn man nicht auf die Brücke geht hat man vom Damm allein schon eine schöne Aussicht. Das obere Bild zeigt diese Aussicht :). Der Damm hieß übrigens ähnlich wie die Brücke: Ryujin Damm ;).

Das obere Bild zeigt auch nochmal den Blick vom Damm auf die Brücke und hier kann man auch einmal sehen, wie hoch sie gelegen ist.
II. Fukuroda Falls
Nächster Halt war Fukuroda. Das war nochmal eine zwanzig-minütige Autofahrt vom Ryujin Damm. Der Ort selbst liegt in einem Tal, durch das der Taki Fluss fließt. Folgt man diesem, erreicht man den Fukuroda Wasserfall, unser nächstes Ziel.

Aber auch schon der Weg zum Wasserfall war sehr schön. Es gab viele Ahörner, die sich toll verfärbt hatten. Falls ihr euch noch an das erste Bild dieses Beitrags erinnert oder zurückscrollt, war dort ein Ahorn aus Fukuroda abgebildet ;). Da wir aber an einem Samstag unterwegs waren, war es auch gut besucht :D. In den Geschäften gab es viel mit Äpfeln, zum Beispiel auch Apfel-Dorayaki ^^. Die Gegend ist auch bekannt dafür, weshalb man hier viel damit kaufen kann.
Dazu kommt noch die Erdbeer-Saison, die geht in Japan von November bis März :D. Deshalb findet man nicht nur in Nord-Ibaraki, sondern überall Spezialitäten mit Erdbeeren.



Danach ging es dann zum Eingang des Wasserfalls. Der Eintritt hat nur 300 Yen (ca. 2 Euro) gekostet.
Erstmal musste man durch einen Tunnel laufen und der war schon ein Highlight an sich. Am Anfang waren die Lampen noch weiß (leider gibt es davon nur unscharfe Bilder) und je näher man dem Wasserfall kam, desto roter wurden sie. Es gab auch welche mit japanischem Ahorn ^^.
In der Mitte gab es noch eine Lichtschau für das kommende Jahr des Hasens (卯). Noch sind wir im Jahr des Tigers (寅).

Schließlich sind wir am Wasserfall angekommen, der an diesem Tag weniger Wasser hatte als sonst. Man konnte zwei Ebenen besuchen zwischen denen man einmal mit dem Aufzug fahren musste. Das obere Bild zeigt den Wasserfall von der tieferen Ebene.
Das Untere den Ausblick von der oberen Ebene. Von dort hatte man einen Blick von oben über den gesamten Wasserfall :).


Aber wie man auf den Bildern sehen kann, gibt es auch schon einige Bäume, die keine Blätter mehr tragen. Also waren wir vielleicht schon etwas später dran, aber es hat sich trotzdem gelohnt! Wenn man aber einen Ausflug plant, sollte man diesen vielleicht eher auf Mitte November legen ;).
Durch die Natur ging es zurück nach Fukuroda. Es gibt aber auch die Möglichkeit, um den Wasserfall herum zu wandern. Dabei gibt es Wanderrouten, die bis zu zwei Stunden dauern können. Für Leute, die gerne Wandern vielleicht auch ein Tipp ;).

In der Stadt haben wir dann gegrillten Salzfisch probiert :D. Für mich definitiv eine Premiere und etwas ganz Außergewöhnliches ^^. Man konnte den Fisch wohl wirklich komplett essen, sogar den Kopf (habe ich aber nicht gemacht xD). Aber er schmeckte wirklich gut. Vielleicht an ein paar Stellen etwas viel Salz für mich, aber echt eine Empfehlung!

Als Nachtisch gab es dann Softeis, wovon es in Japan eine Menge an verschiedenen Sorten gibt. Ich hatte zum Beispiel Matcha-Eis, aber es gab auch Zunda (Edamame) oder Fisch :D.


III. Eigen-ji

Und somit kommen wir zu unsere letzten Stopp :). Der Eigen-ji Tempel ^^.
Für mich war dort das Herbstlaub am tollsten! Es gab auch keine Eintrittsgebühren. Hierhin zu fahren, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Hier noch ein paar Eindrücke von der Tempelanlage.



Die Farben waren wirklich toll! Und dazu dann die ganzen Figuren. Auf die Meisten waren auch Ahorn Blätter gelegt worden, wie oben, und das sah nochmal besser aus ;).



Am Eigen-ji gab es sehr viele dieser Figuren. Viele hatten verschiedenste Gegenstände in der Hand. Ich vermute, dass man hier für spezielle Situationen beten kann, also zum Beispiel gab es eine Figur mit einem Zug und vielleicht hofft man dann auf eine gute Reise :D. Aber an dieser Stelle nur eine Vermutung von mir.
Aber ich habe auch eine Figur mit einer Kamera fotografiert. Allerdings eine Nikonkamera mit einer Canonkamera xD bringt das jetzt Unglück?


Ich hoffe, dass die Bilder einen guten Eindruck geben konnten und ihr vielleicht auch im Herbst nach Nord Ibaraki reisen wollt ;). Für einen Tagesausflug lohnt es sich auf jeden Fall. Übrigens eine weitere Empfehlung von mir: nach einem langen Tag Sightseeing ins Onsen! Das haben wir auch gemacht und das tut sehr gut!
Transport
Vielleicht fragt sich auch der ein oder andere wie man denn die oberen Ziele erreichen kann. Schlechte Nachrichten: mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum bis gar nicht :(. Wir haben uns ein Auto gemietet, was einfach war, wenn man eine Übersetzung des Führerscheins hat.
Um in Japan ein Auto mieten bzw. fahren zu können, muss man seinen deutschen Führerschein übersetzen lassen. Das geht in Deutschland zum Beispiel über den ADAC für 70 Euro oder in Japan beim JAF (Japan Automobile Federation) für 4000 Yen (ca. 28 Euro). In Deutschland braucht es einige Tage bis Wochen und auch in Japan sollte man dafür zwei Wochen einplanen. Also bei einem kürzerem Aufenthalt in Japan besser schon in Deutschland erledigen.
Auf der Seite der JAF findet man übrigens auch alle Informationen rund ums Fahren in Japan :).

Und wie immer lieben Dank fürs Lesen dieses Beitrages! Diesmal ist er etwas länger geworden, aber ich hoffe, dass ich bei allen die Reiselust geweckt habe ;). Bis zum nächsten Mal.
